Programm der Landschaftspflege

Das Programm der Landschaftspflege (weiter nur PPK) wird alljährlich vom Umweltministerium zur Unterstützung der Maßnahmen, die auf den Erhalt bzw. die Verbesserung des Zustands der Umwelt ausgerichtet sind, organisiert. Es handelt sich in der Regel um die Durchführung einmaliger bzw. wiederholter Verwaltungsmaßnahmen, die zum Erhalt der Arten- und Biotopvielfalt führen. All diese Maßnahmen sind streng investitionsfreien Charakters.
Im Nationalpark Šumava werden die Maßnahmen der Kategorie D genutzt - die Sorge um besonders geschützte Gebiete und besonders geschützte Pflanzen- und Tierarten.

Ein eigenständiges und in seiner Größenordnung das umfangreichste Kapitel des PPK ist die Sorge um offene Ökosysteme, vor allem um Wiesen, Weiden und unproduktive Flächen, mit einem Aufkommen geschützter und gefährdeter Pflanzenarten oder ganzer Gemeinschaften. Es handelt sich insbesondere um die Umsetzung einer speziellen Landwirtschaftsverwaltung, wie die Durchführung ertragfreier traditioneller Wirtschaftsaktivitäten auf landwirtschaftlichem Boden, mit denen die gewünschte Artenstruktur erhalten wird, dabei vor allem um das Spektrum der geschützten und gefährdeten Pflanzenarten. Von den Verwaltungsmaßnahmen kommen hier vor allem die extensive gesteuerte Schaf- oder Viehweidewirtschaft (eventuell eine kombinierte Art der Weidewirtschaft), manuelles Mähen oder Mähen mit Hilfe leichter Mechanik in einem gegebenen Zeitraum der Vegetationszone zum Einsatz. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der meisten Aktionen ist die Beibehaltung und Nichtbeeinträchtigung des so wichtigen Wasserregimes einer gegebenen Lokalität.

Außerdem wurden in den vergangenen Jahren das Programm zu Rettung des Flusskrebses und des eurasischen Luchses sowie das Wiedereinführungsprogramm in Bezug auf den Habichtskauz umgesetzt, es kam zur Durchführung von Maßnahmen zur Rettung des Genfonds der Roteibe, es wurden Klonarchive der gemeinen Fichte und der Böhmerwaldkiefer des Gebirgsökotyps eingerichtet. Aus dem PPK wurde zudem eine ganze Reihe von Revitalisierungsmaßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel am Hochmoor Černohorský močál oder am ausgebeuteten Torfbecken an der Brücke Soumarský Most.

Eines der Beispiele für die Sorge um geschützte und gefährdete Tiere stellt das Projekt „Beobachtung, Wiedereinführung und Stärkung der bestehenden Populationen des Flusskrebses (Astacus astacus) im Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava" dar, ausgearbeitet von der Universität in Budweis, dem Forschungsinstitut für Fischerei und Hydrobiologie in Vodňany. Dieses Projekt besteht in der Beobachtung und Bewertung bestehender Lokalitäten mit ermitteltem Vorkommen des Flusskrebses und gleichzeitiger Auswahl geeigneter Lokalitäten für dessen weitere Wiedereinführung im NP und Landschaftsschutzgebiet Šumava. Ein Vorteil der Nutzung der Krebse aus ihren bestehenden Populationen zur Wiedereinführung in anderen Lokalitäten ist ihre geographische Nähe und damit auch die Voraussetzung der guten Anpassung an die Bedingungen in der neuen Umgebung.

Nähere Informationen zum Projekt und den erreichten Ergebnissen sind zu ersehen im Bericht zum Projekt „Beobachtung, Wiedereinführung und Stärkung der bestehenden Populationen des Flusskrebses (Astacus astacus) im NP und Landschaftsschutzgebiet Šumava" für das Jahr 2006 - Verantwortlich: Universität in Budweis, Forschungsinstitut für Fischerei und Hydrobiologie in Vodňany (Ing. Pavel Kozák, Ph.D., Ing. Tomáš Policar, Ph.D.). Der Bericht ist hinterlegt bei Frau Ing. Eva Zelenková bei der Nationalpark- und Landschaftsschutzgebietsverwaltung Šumava in Vimperk.

 

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