Waldpflege

Šumava ist mit Wald untrennbar verbunden. Bereits seine Bezeichnung auf alten griechischen Landkarten als „Silva Gabreta" ist mit Wald verbunden. „Silva" bedeutet im Lateinischen Wald, und „Gabreta" ist keltischen Ursprungs und bedeutet Gebirgssystem. Auch in den altslawischen Sprachen bezeichnete der Wortstamm „šuma" Forst, dichten Wald. Nicht anders ist es in den germanischen bzw. angelsächsischen Bezeichnungen für das Gebiet Šumava („Böhmerwald" oder „Bohemian Forest").

Vor seiner Besiedlung durch den Menschen war der gesamte Böhmerwald mit Ausnahme einiger Felsgipfel, Felswände sowie zentraler Moorlandschaftsgebiete von Waldvegetation bedeckt. Bis heute bedecken die Wälder den überwiegenden Gebietsteil (auf dem Gebiet des NP Šumava nahmen die Waldkomplexe mehr als 80% der Gesamtgebietsfläche ein), und der Wald bildet folglich die Grundlage der „natürlichen" Vegetation im Böhmerwald.

Die landwirtschaftliche Tätigkeit in den Wäldern des Böhmerwaldes hat eine lange Tradition. Trotz der weit verbreiteten Überzeugung von der relativen Unberührtheit der Wälder im Böhmerwald geht ihre Beeinträchtigung durch menschliche Aktivitäten sehr tief. Die allmählichen Kolonisationsdrucke dieser Zivilisation auf den Waldkomplex des Böhmerwaldes dauern bereits etwa 800 Jahre an! Zuerst betrafen sie jedoch vor allem Gebiete an der Peripherie des Böhmerwaldes überwiegend außerhalb des Nationalparkgebiets. Ihnen gingen vor mehr als 2000 Jahren die Einflüsse der keltischen Zivilisation voraus, die man heute nur schwer identifizieren kann.

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