Pflanzenwelt

Die Waldflora und die Pflanzenwelt in Šumava stellt ein charakteristisches Beispiel der Mittelgebirgs-mitteleuropäischen Flora und Vegetation dar, hat aber auch eigene Besonderheiten, die vor allem durch die relative Nähe des Alpenbergmassivs gegeben ist. Šumava verfügt, von einigen kleinen Abschnitten des Gebirgsvorlandes abgesehen, nicht über eine allzu große Mannigfaltigkeit natürlicher Bedingungen. Auch die Pflanzenwelt Šumavas hat daher einen eintönigen Charakter, der eher durch anthropogene als durch natürliche Einflüsse bereichert wird.

Die Grundeinlage in den Phytogenfonds Šumavas geschah in längst vergangenen Zeiten der geologischen Vergangenheit der Erde. In seiner Ganzheit entspricht er daher dem mitteleuropäischen Gesamtbild, das durch Lage, Meereshöhenspanne, Klima und Klimaveränderungen im Laufe der Zeiten gegeben ist.

Kapitel

Vegetation

Gefährdung der Feuchtbiotope
Die Sumpfökosysteme können von einer ganzen Reihe wirtschaftlicher Tätigkeiten negativ beeinträchtigt werden, die jedoch im Prinzip vor allem in das Ressort der Forst- und der Landwirtschaft fallen.

1) Ein grundsätzlicher negativer Faktor für die hydrologisch bedingten Sumpfgemeinschaften ist verständlicherweise jedwede Veränderung des Wasserregimes, vor allem die Entwässerung, und das nicht nur auf der Naturstätte selbst, sondern in ihrer breiteren Umgebung.
Praktisch alle Feuchtgebiete in Šumava wurden in den letzten Jahrhunderten mehr oder weniger von der Regulierung des Wasserregimes beeinflusst. In den meisten Fällen handelte es sich jedoch lediglich um die Abführung von Wasser aus den Kontaktwaldgebieten durch offene Gräben zu Zwecken der Verbesserung der Bedingungen zur Pflege des Waldes und zur Erhöhung seiner Stabilität.
Die erhöhte Intensität der Entwässerung vernachlässigter landwirtschaftlicher Grundstücke traf vor allem die Gruppe minerotropher Wiesenquellsümpfe, die damit oft praktisch völlig zugrunde gingen.

2) Die Torfförderung ist ein direkter Störfaktor, der in kleinem Maßstab und gestreut auch in der Vergangenheit wirkte; diese Tätigkeit brachte oft auch eine günstige Wiederbelebung der Torf bildenden Prozesse und die Restitution wertvollerer Gemeinschaften aus den früheren Entwicklungsphasen der Sumpfgebiete mit sich. Viele kleinere Wiesentorflagerstätten verschwanden jedoch mit dieser Art und Weise restlos.
Heute konzentriert sich der industrielle Torfabbau auf drei Lokalitäten, wo er jedoch bald enden wird. Diese Methode hat den endgültigen Untergang der ursprünglichen Feuchtbiotope zur Folge.

3) Ungeeignete Methoden der Forstwirtschaft, oft begleitet von Kalamitäten (Wind, Borkenkäfer) haben derzeit die völlige Entblößung der Waldhochmoorgebiete mit anschließender Veränderung des Mikroklimas zur Folge.

4) Die minerotrophen Wiesensümpfe wurden bis vor kurzer Zeit von Faktoren der „intensiven" Landwirtschaft, von Rekultivierungen über tiefe und systematische Entwässerung bis zum Umpflügen und zur Bildung dauerhafter Grasgewächse bedroht. Von der Abspülung angewandter Dünger sind sowohl die minerotrophen, als auch die ombrotrophen Vegetationstypen bedroht, die ansonsten bisher direkt unberührt von menschlichen Aktivitäten waren, jedoch im Kontaktbereich mit landwirtschaftlich genutzten Grundstücken liegen.

5) Der direkte Einfluss von Luftimmissionen auf die hiesige Sumpfvegetation ist bisher noch nicht in alle Details geklärt. Bestimmt beginnt er sich auf der Holzkomponente (vor allem Fichte) der Sumpfgemeinschaften negativ auszudrücken; der Rückzug der Gehölze müsste im Prinzip kein wesentlicher negativer Faktor sein, würden nicht zugleich weitere wichtigen Komponenten der Sumpfökosysteme negativ beeinflusst. Der globale negative Effekt der Immissionen äußert sich bisher indirekt bei den Waldgewächsen im breiteren Umfeld der Sumpflokalitäten.


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