Lehrpfade im Nationalpark Šumava

Chinitz-Tettauer Schwemmkanal

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Der Schwemmkanal befindet sich im Tal des Flusses Vydra bei der ehemaligen Ortschaft Vchynice-Tetov.

Der heutige Eigentümer des Kanals ist das Energieunternehmen Západočeská energetika a.s., das sich in Zusammenarbeit mit der Nationalpark- und Landschaftsschutzgebietsverwaltung Šumava an der Kanalrekonstruktion, der Erneuerung der ursprünglichen Steinbrücken und der Brücke Rechle unter der Modrava beteiligt hatte.

RechleDen Beginn des Pfades bildet die „Rechle" Brücke, die früher durch einen Komplex von Stangen das Flößholz abgefangen und in den Kanal geleitet hatte. Über die Brücke führte die Straße von Rokyta nach Modrava. Nach dem Bau der neuen Straße über Antýgl verlor die alte Brücke an Bedeutung und begann zu verfallen. Erst im Jahre 2000 erlebte sie dank der Zusammenarbeit des Unternehmens ZČE und der Nationalpark- und Landschaftsschutzgebietsverwaltung Šumava eine historisch genaue Rekonstruktion.

Antýgl

 

Der Kanal selbst beginnt mit einer Schleuse, die ihn noch heute vor Beschädigungen durch Eis und Hochwasser schützt. Weiter führt der Weg an der Wassermesskapelle vorbei nach Norden über den Seitenüberlauf, mit dem die Höhe der Flößwelle reguliert wurde. Dieser Ort dient heute als Autocampingplatz und als Zugangsort nach Povydří. Der Kanal dreht scharf nach links ab, in seinem Bogen ist ein Betonbett, das zur Reinigung des Kanals von Ablagerungen und zum Ablassen von Eisblöcken gedient hatte.

 

Der dritte Punkt ist Rokyta, wo sich im ehemaligen Schwarzenberger Forsthaus seit dem Jahr 1997 das Informationszentrum des Nationalparks mit einem geologischen Freiluftgelände befindet.

Skluz

 

 

Im weiteren Teil verschwindet das Wasser von der Oberfläche und man steht vor der ersten der drei Holzrutschen. Das mit Steinquadern ausgelegte Bett verbindet die Abschnitte des Kanals mit leichtem Gefälle. Eine Fangschleuse über der Holzrutsche fing das Holz ab, das anschließend dosiert weitergeleitet wurde. Das Flößen wurde damit schneller, und die Kontrolle der einzelnen Holzwellen war möglich.

 

 

MostekBeide Kanalufer verbinden 8 Steinbrücken, die mit ihren Bögen die Außergewöhnlichkeit des Werks unterstreichen.

 

In einer scharfen Abbiegung steigt der Pfad Hakešická cesta nach Javoří pila und zum Oblík hinauf. Über eine Regulierungsschleuse fließt hier das Wasser in den Bach Hrádecký potok ab. Mit dem Wasser aus dem Kanal wurden in Zeiten außerhalb des Schwemmbetriebs die umliegenden Grundstücke bewässert und mehrere Mühlen angetrieben.

Der Kanal umfließt mit einem weiten Bogen den Kostelní vrch (Kruheberg) zu den Abzweigungen nach Srní (Rehberg) und zur ehemaligen Hauswaldkapelle. An der Stelle, an der einige Wunder stattgefunden haben sollen, wurde eine kleine Kapelle und neben ihr über der Heilquelle im Jahr 1860 mit Mitteln der Gläubigen eine große Kapelle errichtet (von der Armee im Jahr 1957 zerstört). 

Nádrž Sedlo

Der Kanal verabschiedet sich mit dem Großteil seines Wassers beim Schalthaus. Im Gebäude beginnt die Untergrundleitung in das Reservebecken des Elektrizitätswerks in Čeňkova Pila.

Vodní zámek

 

Den Schlussteil des Pfades bildet ein Deich des Staubeckens Sedlo, der im Krieg von französischen Gefangenen erbaut wurde. Von hier aus fließt das Wasser über eine Begradigungskammer des Wasserschlosses (Vodní zámek) durch Druckröhren in das Elektrizitätswerk Vydra in Čeňkova Pila.

Von dem bewunderungswürdigen Beweis für die Geschicklichkeit der Vorfahren kann man sich mit einem Ausblick aus dem Klostermann-Aussichtsturm in das Tal der Flüsse Vydra und Otava verabschieden.

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