Klima

Lufttemperatur

In Šumava bewegen sich die Jahresdurchschnittstemperaturen in Abhängigkeit von der Meereshöhe von 6,0 °C (750 m ü. d. M.) bis 3,0 °C (1300 m ü. d. M.). Aus dieser Einteilung weichen einige Inversionslokalitäten in den Tal- und den Waldenklaven wesentlich ab, die im Durchschnitt kühler sind als es der vertikalen Stratifikation entspricht. Es handelt sich vor allem um das Moldautal ab Horní Vltavice bis Lipno und um die Enklaven im Gebiet der Ebenen (Jezerní slať, Horská Kvilda). In Extrembedingungen des Jezerní slať (Seefilz) sind die Sommermonate durchschnittlich um 2 °C, die Wintermonate um bis zu 4 °C kälter, als die Höchstwerte in gleicher Meereshöhe. Die umschlosseneren Täler, wie zum Beispiel das Tal der Otava, sind zwar ebenfalls relativ kalt, aber nicht derart, wie die oben erwähnten Gebiete.

Der wärmste Monat ist der Juli, der kälteste Januar. Die Jahrestemperaturabweichung ist größer in den Tallagen als in den Höhenlagen. Der Tagesverlauf hat seinen Höchstwert am Nachmittag gegen 14. Uhr, der Niedrigstwert liegt in der Zeit um den Sonnenaufgang. Der Temperaturausschlag ist erneut am größten in den Tälern und Waldenklaven, in Extremlagen ist er um 5 °C größer, als in den offenen Lagen. Die absoluten Höchsttemperaturen wurden im Juli 1983 aufgezeichnet (z.B. Vyšší Brod 36,0 °C; Lenora 35,2 °C; Kašperské Hory 36,8 °C).

Die absoluten Niedrigstwerte sind in den Inversionslagen wesentlich niedriger als auf den Gipfeln, also eine größere Bedeutung als die Meereshöhe hat in dieser Hinsicht die Beschaffenheit des Geländes. Extremwerte siehe Tab. Klima min.


Tab. Klima min.: Ausgewählte Extremniedrigwerte in den Jahren 1961 - 1990

Lokalität min. Temperatur Datum
Churáňov - 24,2 °C 12. 1. 1987
Kašperské Hory - 25,6 °C 7. 1. 1985
Lenora - 33,0 °C 7. 1. 1985
Nová Pec - 29,0 °C 7. 1. 1985
Vyšší Brod - 32,3 °C 7. 1. 1985
Jezerní slať (Lake Moor) - 41,6 °C 30.1. 1987
Horská Kvilda - 34,9 °C 30.1. 1987
Hliniště - 36,5°C 30.1. 1987


Die Temperaturcharakteristik vervollständigt die Zahl der Eistage (Tmax < 0 °C), deren es in Šumava pro Jahr etwa 70 in einer Meereshöhe von 1 200 m und etwa 40 in Höhen von 700 m gibt. Frosttage (Tmin < 0 °C) gibt es etwa 170 bzw. etwa 140, doch auch hier kommt mehr der Einfluss der Geländebeschaffenheit zum Tragen, daher gibt es solche Tage in höher gelegenen Inversionslagen im Durchschnitt bis zu 250 pro Jahr.


Die Eistage kommen überwiegend im Winter vor, und das lediglich in den Höchstlagen über 1 200 m ab der 2. Septemberhälfte bis zum Maibeginn. Das Aufkommen der Frosttage entfällt auf die Großfläche des Gebiets über das gesamte Jahr hinweg mit Ausnahme der Monate Juli und August, in den oben erwähnten Inversionslagen allerdings auch auf diese Sommermonate. Die Zahl der Sommertage (Tmax > 25 °C) hängt vor allem von der Meereshöhe ab und beträgt etwa 5 Tage auf 1 200 m und etwa 25 Tage auf 700 m.



Luftfeuchtigkeit

Der Jahresdurchschnitt der relativen Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 80 % im Großteil des Gebiets. Lediglich an seinem nordöstlichen Rand in den niedrigeren Lagen ist dieser Wert etwas niedriger. Die jährlichen Schwankungen sind relativ gering, der Höchstwert fällt auf den Monat Dezember. Der Niedrigstwert auf die Monate Mai bis Juli. Die Tagesschwankungen sind wesentlich markanter als die Jahresschwankungen, und das vor allem in den konkaven Geländeformationen. Der Höchstwert fällt üblicherweise auf die 2. Nachthälfte vor Sonnenaufgang, der Niedrigstwert auf die Zeit zwischen 14 - 15 Uhr. Das absolute Feuchtigkeitsmaximum von 100 % erreicht die Luft vor allem in den Hochlagen relativ oft (bei dichtem Nebel, bei Niederschlag). Die absoluten Niedrigstwerte fallen bei Winterinversionen in den höheren freien Lagen auf unter 10 %.

Wind

Die Windrichtung und Geschwindigkeit werden vom gegliederten Relief Šumavas in hohem Maße beeinflusst. Im Allgemeinen entfallen die durchschnittlichen Höchstgeschwindigkeiten auf freie (unbewaldete) konvexe Lagen, und betragen zwischen 5 und 8 m/s. In den eingeschlossenen niedrigeren Tälern fällt dagegen dieser Durchschnittswert auf 1 bis 2 m/s. In den Freilagen herrscht im Allgemeinen der Windstrom west- bis südwestlicher Richtung vor, am seltensten sind die Richtungen Nord und Südost. In den Tallagen wird der Luftstrom entlang der Hauptachse des Tals gelenkt, in den Kammhöhen steigt die Häufigkeit der Winde, die senkrecht zur Kammachse strömen. Ähnlich wird die Windrichtung auch in den Sattelhöhen deformiert.An einigen Stellen kommt bei klarem Wetter die lokale Zirkulation zum Vorschein: fallendes Abströmen kalter Luft in den Nacht- und Morgenstunden durch die Täler in Richtung nach unten (am deutlichsten in der Vltavská brázda) und eine aufsteigende Tagesströmung entlang der Hänge und Täler in Richtung nach oben (am deutlichsten an den Nordosthängen, was durch die Gesamtorientierung des Hauptmassivs in Šumava gegeben ist).

Die Tageswindgeschwindigkeit mit dem Höchstwert am Nachmittag und dem Niedrigstwert in der Nacht ist am deutlichsten in den niederen Lagen, in den Gipfeln und Bergkämmen ist die Durchschnittswindgeschwindigkeit am Tag und in der Nacht praktisch gleich. Der Jahresverlauf der Geschwindigkeit ist wenig markant, der Höchstwert fällt auf den Winter (hauptsächlich in niederen Lagen), der Niedrigstwert auf die zweite Sommerhälfte. Die west- bis südwestliche Richtung hält über das ganze Jahr an, ihre Vorherrschaft ist jedoch im Winter und im Sommer markanter, dafür sind im Frühjahr mehr die nördlichen und im Herbst auch die südlichen Richtungen vertreten.


Niederschläge

Im beschriebenen Gebiet entfallen die niedrigsten durchschnittlichen Jahresniederschläge auf seine nordöstlichen Randgebiete, und zwar in Höhe von etwa 800-900 mm. In Richtung des Hauptgrenzkamms nehmen die Niederschläge rasch zu und erreichen ihre Höchstwerte an der Staatsgrenze - im Bereich südlich vom Březník 1 600 mm und mehr, anderswo etwa 1 400 - 1 500 mm und nur zwischen den Ortschaften Strážný und Nové Údolí sinken sie auf 1 200 - 1 100 mm pro Jahr. Diese Unterteilung ist bedingt durch Einflüsse bei vorherrschender westlicher Strömung, d.h. durch eine markante Luv auf der bayerischen Seite und entlang der Staatsgrenze sowie durch die Lee auf den Nordosthängen. Was den Jahresverlauf betrifft, sind die Niederschläge in der feuchtesten Luvzone insgesamt relativ gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt. Der Haupthöchstwert fällt auf die Monate Juni und Juli, der Niedrigstwert im Dezember hängt vor allem von der erhöhten Häufigkeit der Westströmung ab. In der niedriger gelegenen trockeneren Zone ist nur der Sommerhöchstwert markant, der Zeitraum vom Oktober bis März hat insgesamt ausgeglichene und relativ niedrige Werte. Dem entsprechen auch die Monatshöchstgesamtwerte; diese entfallen im Grenzgebiet zumeist auf den Winter, in den niederen Lagen auf den Sommer.

Kurzzeitige Extremniederschläge lassen sich an den Höchstwerten beobachten, die innerhalb von 24 Stunden fallen. Diese Niederschläge erreichen manchmal Werte von mehr als 100 mm. Laut Statistik lassen sich Niederschläge von 100 mm und mehr im beobachteten Gebiet 1 x in 5 Jahren ermitteln. Den absoluten Höchstwert erfasste die Station Srní - Schatzův les am 30. 5. 1940, und zwar 189,1 mm. Am selben Tag Zhůří 155,6 mm, Kašperské Hory 163,0 mm, Churáňov 132,5 mm, Javorník 145,2 mm usw. Der letzte große Sturzregen mit dem Herd am Rand des Nationalparks Šumava wurde am 1. 8. 1991 (Špičák 174,6 mm, 165,3 mm, Železná Ruda 148,5 mm) verzeichnet.

Die durchschnittliche Zahl der Niederschlagstage hat eine ähnliche räumliche und zeitliche Aufteilung wie die Niederschlagsgesamtwerte. Sie bewegt sich bei 170 - 180 Tagen in den feuchtesten Lagen bis 150 Tagen in den trockensten Lagen. Davon entfallen in den höchsten Lagen 80 - 100 Tage, d.h. etwa die Hälfte, auf feste Niederschläge (Schnee), in den niedrigsten Lagen bewegt sich die durchschnittliche Zahl der Schneetage bei etwa 50 pro Jahr.

Die durchschnittliche Zahl der Tage mit Gewitter (ohne Rücksicht auf Niederschläge) beträgt auf dem gesamten Gebiet 30 bis 35. Am häufigsten treten Gewitter in den Monaten April bis September auf, am intensivsten im Juni und Juli.



Schneedecke

Am schneereichsten sind die Lagen in den höchsten Meereshöhen in der Umgebung der Staatsgrenze, vor allem im Gebiet zwischen Debrník und Černá hora und zwischen Třístoličník und Smrčina. Am wenigsten Schnee fällt in den am niedrigsten gelegenen Lagen am Nordostrand des beschriebenen Gebiets. Die zusammenhängende Schneedecke kommt im Durchschnitt an 90 bis 100 Tagen pro Jahr in den niedrigsten Lagen und an mehr als 200 Tagen in den höchsten Lagen vor. Diese Periode mit einer zusammenhängenden Schneedecke wird vor allem in den niederen Lagen von mehreren Tagen ohne Schneedecke unterbrochen. Der erste Tag mit Schneedecke entfällt in den niederen Lagen auf Ende Oktober, in den höchsten Lagen auf den Oktoberbeginn, wobei sich hier die Schneedecke ausnahmsweise bereits im September bilden kann. Der letzte Tag mit Schneedecke fällt in den niederen Lagen gewöhnlich auf Ende April, in den höchsten Lagen auf Mitte Mai, wobei hier die nicht zusammenhängende Schneedecke noch bis Ende Mai und in Ausnahmefällen sogar bis Mitte Juni bleibt.

Die größte Schneedeckenmasse kommt an den niederen Lagen im Februar vor. In den Gipfelpartien in Šumava im März. Der durchschnittliche Höchstwert der Schneedeckenhöhe beginnt bei 40 cm in den niedren Lagen und geht bis 150 und mehr in den höchsten Lagen. Die absoluten Höchstwerte liegen in den niedrigsten Lagen bei 80 - 100 cm, in den höchsten Lagen liegen die Schätzungen angesichts fehlender Angaben aus älterer und neuerer Zeit bei 300 - 400 cm.

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