Einführung

Nationalpark Gesäuse

  NP Gesäuse
NP Gorce
NP Bialowieza

 

Nationalpark Gesäuse

Basisinformationen

Der drittgrößte Nationalpark Österreichs, manchmal auch „Steirischer NP" genannt, befindet sich in den Steirischen Alpen in der Nähe der Ortschaften Weng, St. Gallen, Landl, Hieflau, Johnsbach und Admont. Der Park ist von der Tschechischen Republik aus mit dem Auto über die Autobahn A9 und auch mit dem Zug leicht zugänglich (mehr Informationen auf den offiziellen Seiten des NP Gesäuse). Die tschechischen Wassersportler kennen sehr gut den Fluss Enns, der den Park durchfließ.

Der NP schützt die Ökosysteme der Steirischen Kalkalpen in einer Meereshöhe von 490 m bis 2370 m von den natürlichen Auen auf Schwemmen der Enns, über die Gebirgswälder, Bergweiden bis zu den Berggipfeln (der höchste Gipfel ist das Hochtor 2370 m).

Fläche: 11 054 ha
Gründung: 2002 (Näheres zur Gründung des NP auf den offiziellen Seiten des NP Gesäuse)

Kategorie IUCN II

 

Weitere Informationen:

Offizielle Seiten der Verwaltung des GNP:
DE - http://www.nationalpark.co.at/index.php
EN - http://www.nationalpark.co.at/en/index.php
 

Kontaktadresse - NP-Verwaltung:
Nationalpark Gesäuse
Weng 2
A-8913 Weng im Gesäuse
Tel. +43 (3613) 21000
Fax +43 (3613) 21000-18
Email info@nationalpark.co.at

NP-Informationszentrum
Hauptstraße 35
A-8911 Admont
Tel. +43 (3613) 211 60 20
Fax +43 (3613) 211 60 40
Email info@nationalpark.co.at



Zoneneinteilung und Verwaltungsplan

Das Gebiet des Nationalparks ist unterteilt in zwei Zonen (Karte):
Naturzone - 86% des Gebiets
Schutzzone - 14% des Gebiets.

Ortschaften gehören nicht zum NP.


Grundstückseigentumsverhältnisse im NP

99,3 % Bundesland Steiermark (Stmk. Landesforste)
0,5 % öffentliche Gewässer
0,2 % private Grundstückseigentümer



Verwaltungsplan
In der Naturzone (86% des NP-Gebiets) steht der Schutz natürlicher Lebensräume im Vordergrund. Das langfristige Ziel besteht darin, dem Verlauf natürlicher Prozesse ohne menschliche Eingriffe zu ermöglichen. Kurz gesagt: die Natur einfach Natur sein zu lassen.
Es ist möglich, dass noch zu Beginn partielle Regulierungseingriffe notwendig sind. Das ist notwendig, um größeren Schäden vorzubeugen, die auf das Massenvorkommen so genannter „Schädlinge" zurückzuführen sind, und die Entwicklung dieser Wälder in natürliche und stabile Waldgewächse zu gewährleisten.

 
Die Schutzzone
(14% des NP-Gebiets) dient in erster Reihe zum Erhalt der kultivierten Landschaft. Das bedeutet, wie beispielsweise die Bergweiden des Nationalparks darlegen, eine wesentliche Bereicherung des Landschaftsbildes, aber auch der Artenvielfalt.

Natura 2000

Das Gebiet des NP Gesäuse deckt sich zu 94% mit dem Gebiet, das laut Richtlinie über Naturplätze 92/43/EHS und Richtlinie über Vögel 79/409/EHS geschützt wird. Es handelt sich um das FFH (Fauna-Flora-Habitat) und Vogelschutz der Ennstaler Alpen / Gesäuse mit der Evidenznummer AT2210000.

Der Verwaltungsplan für das Gebiet Natura 2000 ist aktuell in der Vorbereitungsphase. Bisher ist nicht ganz klar, ob dieses Dokument einen Bestandteil des Verwaltungsplans des NP bilden soll oder ob es sich um ein eigenständiges Dokument handeln wird.


Forschung und Präsentation der Forschungsergebnisse

Die Forschungsarbeit im Nationalpark Gesäuse dient in erster Linie zur Realisierung von Aufgaben, die den Schutz der Lebensräume und der Arten betreffen. In diesem Sinne handelt es sich vor allem um eine angewandte Erforschung des Naturschutzes. Durchgeführt werden auch die reine Basisforschung sowie die eine langzeitige Forschung (Monitoring).

Die Grundlage des Naturgebiet-Managements ist eine bereits durchgeführte Kartierung des Naturgebiets (Inventur des Naturgebiets) sowie weitere Untersuchungen durch Experten (Vogelstudien, Erforschung der Bergweiden usw.).

Die Forschungsergebnisse werden unter Nutzung des GIS (GEIS - Gesäuse Informationssystem) gesammelt und ausgewertet.

Die Langzeiterforschung soll die Ergebnisse der Beobachtung ausgewählter Referenzflächen sowie die Folgen der Maßnahmen in der Schutzzone kontrollieren bzw. die natürliche Dynamik in der Naturzone beobachten. Einige Flächen sind in das LTER-Netzwerk eingegliedert.

Insbesondere im Bereich der kultivierten Landschaft werden die ökologische und die sozioökonomische Forschung miteinander kombiniert.

Mit den Forschungsergebnissen werden die NP-Besucher in den Besucherzentren bekannt gemacht.

Besucher und Einheimische

Der Eintritt in den NP Gesäuse ist nicht gebührenpflichtig, die Besucher werden jedoch auf verschiedenste Weise über die Notwendigkeit des korrekten Verhaltens im NP informiert.

Eine sehr gute Informationsgrundlage bieten die Webseiten, die Informationen in deutscher, englischer, italienischer und tschechischer Sprache anbieten. Auch die Basisinformationsmaterialien sind in diesen Sprachen erhältlich.

Grundlegende Informationen erhalten die Besucher im gemeinsamen Informationszentrum der lokalen Gemeinde und des NP in der historischen Stadt Admont, welche das natürliche Tor zum NP bildet.

Der Nationalpark-Pavillon, das moderne Informationszentrum in Gstatterboden, bietet unter Nutzung der modernsten audiovisueller Technologie Informationen zur Natur im NP Gesäuse.

 

Einzigartig ist das Bildungszentrum „Weidenhaus" und der anliegende interaktive Lehrpfad im Schwemmgebiet der Enns. Das hiesige Zentrum der ökologischen Erziehung ermöglicht Schülern, und in der Ferienzeit auch den normalen Besuchern, unter die Wasseroberfläche zu schauen und das Ökosystem des Bergflusses besser zu begreifen.

Auf dem Gebiet des NP kann man sich auf gekennzeichneten touristischen Bergpfaden bewegen. Durch das Gebiet führt ein gekennzeichneter Weg für Mountainbikes.

Besondere Regeln gelten auch für Wassersportler. Deutlich ausgewiesen sind die Einstiegs-, Erholungs- und Ausstiegsplätze. Auf Booten für 5 oder mehr Personen lässt sich der Fluss nur auf der Grundlage eines speziellen Zertifikats befahren. Verkauft werden diese Zertifikate von den lokalen Reiseagenturen, die verpflichtet sind, die Besucher gründlich zu informieren, ihnen eine Begleitung sicherzustellen und sie auf die Einhaltung der im Park geltenden Regeln aufmerksam zu machen.

Sehr intensiv ist die Zusammenarbeit mit den Einheimischen. Unter anderem läuft bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich das Projekt Nationalpark Gesäuse Partner (http://www.nationalpark.co.at/nationalpark/de/partner.php?navid=177).

Zusammenarbeit zwischen NP Böhmerwald und Nationalpark Gesäuse
Im Jahr 2005 fand der erste Besuch der Mitarbeiter der Verwaltung des NP und des Naturschutzgebiets Böhmerwald im NP Gesäuse statt; Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden unter anderem auch in der Zeitschrift Šumava (Herbst 2005, S. 25-26) veröffentlicht.
Insbesondere die Informationen in Bezug auf das Management und Forschungstätigkeiten erhielt man im Oktober 2006 im Rahmen einer Studienreise, die durch das Studienstipendium Europarc - Alfred Toepfer Foundation gefördert wurde.




 

 

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